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31 Aug. 2026

Marktbericht September 2026

Entwicklungen im Frachtenmarkt

Bei der Betrachtung des Frachtenmarktes ist aktuell klar zwischen See und Straße zu unterscheiden. In der Seefracht bleibt 2026 von außergewöhnlich hoher Volatilität geprägt: Geopolitik, Hafenüberlastungen und Nachfragespitzen haben Kapazitäten verknappt – zuletzt seit Ende Mai insbesondere auf Verbindungen aus Fernost, seit August auf dem indischen Subkontinent. Die Anspannung dürfte kurzfristig noch anhalten. Mittelfristig erwarten wir unter anderem dank zusätzlicher Schiffskapazität eine Entspannung. Im Straßentransport ist der Druck bei EU-weit rund 500.000 offenen Fahrerstellen und einem anhaltend hohen Dieselpreis strukturell. Hier gibt es bis auf Weiteres keine Perspektive auf Entlastung.

Pflanzenöle

Im Raps stützen Logistikprobleme weiterhin die Preise für vordere Termine. Niedrige Pegelstände erschweren die Versorgung der Mühlen mit Saat, während Ausweichmöglichkeiten per LKW oder Bahn nur begrenzt verfügbar sind. Für die Kampagne 2026/27 werden trotz einer vom Deutschen Bauernverband um 20 % schwächer eingeschätzten Ernte keine Versorgungsengpässe erwartet: Die Ukraine liefert verstärkt via Straße und Bahn, auch Lieferungen aus Kanada und Australien gelten als unproblematisch. Sonne bleibt geprägt von Trockenheit in Europa und Unsicherheiten rund um die Ukraine. Die jüngsten Ernteschätzungen für die EU fallen deutlich kleiner aus. Aus der Ukraine werden unverändert gute Erträge erwartet, allerdings sorgen die eingeschränkten Transportmöglichkeiten infolge zerstörter Hafenanlagen für Unsicherheit. Der Markt verhält sich abwartend, die Versorgung aus der Ukraine wird in den nächsten Monaten die Preisbildung beherrschen. Beim Soja sorgen uneinheitliche Ertragserwartungen in den USA sowie die EUDR für einen verhaltenen Markt.

Das Bild der Bio-Märkte prägen die verhaltene Nachfrage in der Hoffnung auf fallende Preise sowie das Warten auf die anstehende Ernte. Bei Bio-Sonne aus der EU werden die Mengen gegenüber dem Vorjahr infolge von Trockenheit und Hitze reduziert sein. Die Ukraine könnte eine wichtige Rolle als Lieferant spielen, sofern die Warenströme wieder aufleben. Für Bio-Raps werden keine großen Preissprünge erwartet, solide Informationen über die Erntemenge 2026/27 stehen aus.

Palm RSPO

Palm handelt seitwärts. Hohe Produktionszahlen in den Ursprüngen bremsen aktuell noch einen Preisanstieg. Stützend wirken die hohen Energiepreise, die hohe lokale Nachfrage in Indonesien infolge der Beimischungsquote sowie die (erwarteten) negativen Auswirkungen von El Niño. Deckung bis Jahresende und Teildeckungen bis in Q2 hinein sind ratsam.

Bio-Palm RSPO-IP

Die Erwartung eines ausgeprägten El Niño sowie die bevorstehende Einführung der EUDR Ende 2026 stützen den Markt. Viele Marktteilnehmende sichern ihre Bedarfe daher bereits bis in 2027 hinein ab. Wir raten, Bedarfe bis Ende Q1/2027 zu decken.

Kokos

Der Markt zeigt sich stabil bis leicht fester. Die Erntehochphase in den Ursprüngen sorgt für ausreichendes Rohwarenangebot, und Kokos profitiert von einer attraktiven Preisposition gegenüber Palmkern. Gleichzeitig nimmt die Trockenheit in Teilen der Anbaugebiete zu, deren Auswirkungen auf die Ernte werden 2027 erwartet. Wir empfehlen, Bedarfe bis Ende Q2/2027 zu prüfen.

Bio-Kokos

Die Preise in Sri Lanka haben sich zuletzt auf schwach erhöhtem Niveau stabilisiert. Die Philippinen verzeichnen im Vergleich noch moderatere Preisanstiege. Für die kommenden Monate geht man von geringfügigen Ernterückgängen aus, die Versorgung gilt als gesichert. Die Auswirkungen von El Niño müssen eng verfolgt werden. Wir empfehlen, Deckungen bis Ende Q1/2027 frühzeitig vorzunehmen.

Palmkern RSPO

Die Angebotsmengen scheinen ausreichend bei sehr guter Nachfrage aus der oleochemischen Industrie. Der Markt bewegt sich seitwärts. In Anbetracht der erwarteten Auswirkungen von El Niño sind die Aussichten fester. Wir raten zur Deckung bis Jahresende und zu Teildeckungen bis in Q2/2027.

Macadamia

Prognosen zufolge wird die weltweite Macadamiaproduktion 2026 gegenüber dem Vorjahr steigen. Hierdurch bedingten Preisrückgängen werden unter anderem erhöhte Fracht- und Produktionskosten entgegenwirken. Wir raten entsprechend zur Deckung bis Jahresmitte 2027.

Mandel und Bio-Mandel

Die Preise für alle Qualitäten haben zuletzt angezogen. Bei laufender Ernte konventioneller Qualitäten hat man die Ernteerwartungen in Kalifornien nach unten korrigiert, zudem werden mehr Niederschläge mit potenziellen negativen Auswirkungen auf die Trocknung erwartet. Auch im Bio-Bereich ziehen die Preise an, vor allem aufgrund höherer Rohwarenkosten. Für beide Märkte wird 2027 mit weiter steigenden Preisen gerechnet. Wir empfehlen, Bedarfe bis einschließlich Q2/2027 frühzeitig abzusichern.

Olive und Bio-Olive

Die vor der spanischen Sommerpause zuletzt deutlich gesunkenen Preise haben sich vorerst gehalten. Man erwartet weiter eine Rekordernte, wobei regionale Trockenheit mit dem Risiko des Fruchtabwurfs sowie Waldbrandgefahr für erhebliche Unsicherheiten sorgen. Wir raten, den Grundbedarf frühzeitig zu sichern, um künftigen Preis- und Verfügbarkeitsrisiken zu begegnen.

MCT

Ein angespannter und von EUDR-Vorbereitungen geprägter Markt, in dem Spot-Mengen hochpreisig bis hin zu nicht verfügbar sind. Anzeichen für Entspannung gibt es nicht. Verschiffungen aus dem Ursprung zeigen sich langwierig und teuer. Bei palmkernbasierten Qualitäten soll nach aktuellem Stand ab Ende 2027 über die Fettsäuren hinaus auch das fertig produzierte Öl unter die EUDR fallen. Kokosbasierte Qualitäten mit Glycerin aus Raps sind nicht verfügbar. Auch hier werden negative Effekte von El Niño zu Buche schlagen. Wir empfehlen, bis mindestens Ende Q1/2027 zu decken, im Bio-Bereich deutlich darüber hinaus. Rufen Sie uns gern zur gemeinsamen Planung Ihrer Bedarfe an.

Rizinus und Bio-Rizinus

Anhaltend hohe Nachfrage, gestiegene Produktions- und Frachtraten sowie Währungsschwankungen haben in den vergangenen Monaten für Preisanstiege gesorgt. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, auch wenn die Versorgung dank guter Ernten und ausgeweiteter Anbauflächen gesichert ist. Vor diesem Hintergrund raten wir zu langfristiger Bedarfsdeckung.

Shea und Bio-Shea

Die Preise für die kommende Saison stehen noch aus. Man erwartet ein hohes Niveau, wenn auch unter Vorjahr. Marktteilnehmer gehen für den Saisonverlauf von einer starken Prägung durch den Kakaomarkt und daher steigenden Preisen aus. Auch El Niño wird sowohl die Kakao- als auch die Shea-Erträge negativ beeinflussen. Wir raten daher zur baldigen vollständigen Deckung des Jahresbedarfs bis zum Start der nächsten Saison im Oktober 2027, ggf. sogar bis Ankunft der Ernte in Europa zum Jahresende 2027.

Wiesenschaumkraut

Öl aus der neuen kanadischen Ernte wird in einigen Wochen verfügbar sein. Die erheblich gestiegenen Produktions- und Transportkosten fließen in die Preisbildung ein. Mehr Informationen über dieses Öl mit einer ganz besonderen Fettsäurezusammensetzung und Anwendungsmöglichkeiten in Personal Care und Healthcare finden Sie hier.

Wachse

Candelillawachs

Der Markt bleibt fest bis steigend. Mexiko als einziger Ursprung dominiert die globale Produktion. Ernteauflagen, Arbeitskräftemangel sowie steigende Energie- und Logistikkosten beschränken die Verfügbarkeit. Der Trend zu natürlichen und veganen Inhaltsstoffen treibt die Nachfrage. Produzenten bieten keine langfristigen Kontrakte an. Verfügbarkeit ist deutlich vor Preis zu bewerten.

Bienenwachs

In der aktuellen Saison ist die chinesische Ernte stabil und ausreichend verfügbar. Preise steigen, getrieben von erhöhten Produktions- und Frachtkosten.

Carnaubawachs

Im Juli startete nach mehrwöchiger regenbedingter Verzögerung die Ernte in Brasilien. Man erwartet einen Ernterückgang infolge von Arbeitskräftemangel. Aktuell ist die Verfügbarkeit noch gut, auch bedingt durch die deutlich verminderte Nachfrage aus den USA infolge von Strafzöllen gegen Brasilien. Die Situation ist günstig, um bis Ende Q1 zu decken. Auch die Knappheit von Candelillawachs dürfte künftig die Preise von Carnaubawachs als Substitut treiben.

Sonnenblumenwachs

Das Wachs erfreut sich unverändert guter Nachfrage, wobei die Verfügbarkeit des Rohmaterials begrenzt bleibt. Frühzeitige Planung kann Engpässe vermeiden. Sprechen Sie uns gern an, auch bei Interesse an einer neuen Qualität mit Antioxidans.

Sumachwachs

Wir haben kleine Bestände für Sie verfügbar. Die Produktion aus neuer chinesischer Ernte wird voraussichtlich Mitte Q1 verfügbar sein.

Maritime Produkte

Marineöl, Omega-3, Friend of the Sea oder MarinTrust

Die Fishing Season 2026-I ist jetzt offiziell beendet. Es wurden lediglich 25 % der freigegebenen Quote gefangen. Der Ölgehalt ist niedrig, der Anteil an Jungfischen hoch. Im September soll eine weitere Erkundungsfahrt erste Prognosen für die Fishing Season 2026-II ermöglichen. Auch angesichts anhaltender Auswirkungen von El Niño sind Preisrückgänge nicht zu erwarten, die Märkte sind sehr angespannt. Bitte kontaktieren Sie uns frühzeitig mit Ihren Bedarfen.

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